Ökonomie und Ethik

„Alle Praxis ist Menschenwerk. Es gibt keine ehernen Gesetze der Biologie, der Geschichte oder der Ökonomie. Wir können unsere Handlungsverantwortung nicht entsorgen. Sozialdarwinismus, marxistische Geschichtsmetaphysik, auch der zeitgenössische Ökonomismus sind Formen intellektueller Verantwortungsflucht.” Julian Nida-Rümelin

Die Optimierungsfalle

Julian Nida-Rümelin glaubt an eine gut funktionierende Wirtschaftsordnung, die menschengerecht und nachhaltig ausgerichtet ist. Dabei sieht er darin keineswegs eine Utopie, sondern vielmehr eine praktikable Form, die unseren Alltag positiv verändern kann. Dieses Buch richtet sich an diejenigen, die über den Tellerrand hinaus denken wollen, die über Kritik an dem einem oder anderem Fehlverhalten ökonomischer Akteure hinaus eine ethische Perspektive gewinnen wollen, die sich Gedanken machen, wie eine auf Kooperation und moralische Werte basierende Wirtschaftsordnung in der Weltgesellschaft aussehen könnte. Julian Nida-Rümelin formuliert seine ausgereifte Vorstellung einer humanen Ökonomie, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt ökonomischer Praxis rückt.

(²2015): Die Optimierungsfalle – Philosophie einer humanen Ökonomie, btb, ISBN: 978-3-442-74969-0 

 

 

 


Unternehmenskultur – Unternehmensführung 

Es gibt zwei Themen, die immer wieder ein besonderes Interesse finden:  Wie kann man innerhalb eines Unternehmens eine Vertrauenskultur schaffen und aufrecht erhalten, auch in schwierigen Zeiten? Das ist eine Bedingung des ökonomischen Erfolgs. Wenn ein Unternehmen aus lauter Individuen besteht, die ausschließlich an ihren eigenen Vorteil denken, dann entsteht keine Unternehmenskultur, Vertrauenskultur oder Zusammenarbeit. Das zweite Thema, welches insbesondere in den oberen Etagen des Managements Interesse findet, ist die Frage nach ethische Bedingungen einer erfolgreicher Führung. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass diejenigen Personen besondere Führungsqualitäten haben, die ausschließlich an ihren unmittelbaren Vorteil denken. Vertrauenswürdigkeit ist auch da eine der wichtigsten Voraussetzung für den Erfolg.

Julian Nida-Rümelin diskutiert diese Themen im Rahmen seiner kritischen Ökonomie Die Optimierungsfalle – Philosophie einer humanen Ökonomie, indem er zuerst der Annahme der permanenten, indviduellen Vorteilsmaximierung klassischer Ökonomie folgt, um anschließend dieses Handlungsprinzip mit dem Begriff der Tugend zu kontrastieren. So gelingt es ihm, das Bild des homo oeconomicus zu vervollständigen.


Innovation

In seinem Essay „Moderne Kunst als Paradigma wirtschaftlicher Innovation“ in Kunst fördert Innovation (Hg. Ursula Bertram) entlarvt Julian Nida-Rümelin die Bedingungen der Kreativität, in dem er der Merkwürdigkeit folgt, dass es  in der ökonomischen Industrie keine Analysen des Phänomens Wachstum gibt. Man beschreibt bestimmte Vorgänge, aber  von der Analyse her ist Wachstum und auch Innovation erst einmal ein Rätsel.  Woher kommt eigentlich die Dynamik der Veränderung? 

„Ich glaube, die Kunst wird regelmäßig unterschätzt in ihrer Kultur und damit gesellschafts- und am Ende auch unserer ökonomischen praxisprägenden Rolle“

Ein Interview zu diesen Themen finden Sie in der [id factory].


Integrity in Finance – Finance  Executives’ second nature – Das Leadership-Programm der Parmenides Academy und der DVFA

ParmenidesAcademyLogo_2015-07-16DVFADie Veranstaltung richtet sich exklusiv an Führungskräfte und Senior Manager in Banken, bei Asset Managern und Finanzdienstleistern. Kern des zweitägigen Events bilden Dialog und Austausch: zwischen den Referenten und Teilnehmern, aber auch unter den Teilnehmern. Im Mittelpunkt steht das Verständnis der psychologischen und philosophischen Dimension finanzwirtschaftlicher Praxis.
Ein exklusiver Rahmen sorgt für einen hochkarätigen Gedankenaustausch auf Augenhöhe. Zu jedem Themenkomplex wird unmittelbar im Anschluss ein Workshop zur Vertiefung stattfinden.
Das Leadership-Programm der Parmenides Academy und der DVFA erlangen ein vertieftes Verständnis von Ökonomie, Ethik und Risiko. Sollten Sie Interesse an der Teilnahme haben oder einen firmen-internen Workshop wünschen, wenden sich bitte an Niina Zuber.


Zur Förderung ethischer Tugenden in Finanzunternehmen

Seit Beginn der Weltfinanzkrise 2007 ff. haben wir in Westen eine intensive Debatte um die Frage, welche Rolle dem Staat zugeschrieben werden soll. Wie viel Regulierung ist nötig? Selbst Alan Greenspan, einer der Architekten der Weltfinanzkrise, der mit extrem Zinsvorgaben der Federal Reserve Bank einen Teil des Problems zu verantworten hat, gesteht ein, dass er ein zu großen Vertrauen auf die Selbstkorrektur des Marktes gelegt hatte.

DVFADas Panel  der DVFA e.V.  unter der Leitung von Prof. Nida-Rümelin befasst sich nicht primär um das Verhältnis von Staat und Wirtschaft, sondern mit dem Verhältnis von Moral und Wirtschaft. Auch dieses Verhältnis wird im Zuge der Finanzkrise vielfach diskutiert. Hier wird schnell der moralische Zeigefinger gehoben und der Branche Maßlosigkeit und Gier vorgeworfen: Der Normenverfall des anständigen Kaufmanns rückt in den Fokus. Auf diesen Verlust wird mit zahllosen Kontrollmechanismen und Compliance-Regeln reagiert. Aber: Hilft mehr Regulierung wirklich? Und wie kann sich ethisches Handeln in der Finanzbranche nachhaltig durchsetzen?

Positionspapier

Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Panel seit 2013. Am 25. September 2015 wurde das Positionspapier des Ethikpanels erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.


Imfinanzethik-logo2 Frühjahr 2014 fand am Münchner Kompetenzzentrum Ethik der Ludwig-Maximilians-Universität ein Workshop zur Finanzethik statt. Der Workshop war von Seiten der Wissenschaft als auch von Seiten der Finanzbranche hochkarätig besetzt. Die wissenschaftliche Kompetenz vertreten durch Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Prof. Otwin Renn oder Prof. Dr. Armin Nassehi, und mit Vorstandsvorsitzenden Jürgen Danzmayr (Head of Private Banking Deutschland a.D. der UniCredit Bank AG), Axel Kehl (Vorstandsvorsitzender der Akademie Deutscher Genossenschaften e.V.) und Dr. Suanne Schmidt (Wirtschaftsjournalistin, Ex-Bankerin) ergänzt. Der Workshop behandelte die tiefe Verunsicherung der wirtschaftlichen Praxis, welche die Weltfinanzkrise hinterlassen hat. Den Workshop können Sie sich hier ansehen.

 


Presse Finanzethik:

handelsblatt zeitung

Die Finanzmärkte haben sich in den vergangenen Jahrzehnten weitaus dynamischer entwickelt, damit stiegen jedoch auch die Gefahren. Wie kann man sie stabilisieren? Ein Algorithmus könnte die Lösung sein. Dieser Vorschlag ist bescheiden und unbescheiden zugleich. Bescheiden, weil er einen simplen durch einen Algorithmus leicht realisierbaren Dämpfungsmechanismus im Geiste der Tobin-Steuer vorschlägt. Die Koppelung der Einnahmen an die Instabilität der Finanzmärkte wäre auch fiskalpolitisch wünschenswert: dann, wenn die Turbulenzen der Finanzmärkte aller Voraussicht nach zu institutionellen Maßnahmen und zur staatlichen Stabilisierung aufrufen, würden entsprechende Mittel fließen, deren Genese zugleich die Krise dämpft. Und schließlich hat unser Vorschlag den Charme, dass er auch mit den Praktiken des high frequency trade kompatibel ist, ja durch diese Praktiken nahegelegt wird.  Schließlich könnte man diesen Vorschlag auch als liberaler denn die üblichen Konzeptionen einer Tobin-Steuer nennen, da er Finanztransaktionen so lange weitgehend unbeeinflusst lässt, als keine Anzeichen der Instabilität auftreten.

Auszug aus „Das Irrationale bändigen“  Gastbeitrag vom 21.07.2016 erschienen im Handelsblatt von Julian Nida-Rümelin und Albrecht von Müller.


handelsblatt zeitungAlles über Gesetze regeln oder doch lieber auf die Moral vertrauen? Während zu viele Paragraphen als Bedrohung für das Finanzsystem angesehen werden, scheinen Banker gerade ihre Liebe zur Regulierung entdeckt zu haben.

Beitrag von Julia Löffelholz zum Ethik-Forum der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA)
Handelsblatt am 28.9.2015:   »Die neue Lust, das „Richtige” zu tun«


Kommunikation für Banken und Versicherer – Krisen bewältigen, vertrauen schaffen

SP_Unternehmenskommunikation_für_Banken_und_VersichererBanken und Versicherer stehen seit Jahren vor besonderen kommunikativen Herausforderungen: Wie gelingt es den Branchen, ihre Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft glaubwürdig und sympathisch zu kommunizieren? Die Unternehmenskommunikation leistet fraglos einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung und zu einer zeitgemäßen Kultur im Unternehmen. Doch von Krise zu Vertrauen ist es oft ein langer Weg, auf dem Expertenwissen gefragt ist. Der Sammelband „Kommunikation für Banken und Versicherer“ bietet dieses Know-how: Experten aus Theorie und Praxis teilen Ihre jeweilige Perspektive auf die interne oder externe Kommunikation dieser anspruchsvollen Branchen.

In mehr als 20 Beiträgen tragen Kommunikationsexperten und -manager, Kommunikations- und Sprachwissenschaftler sowie Unternehmensberater den aktuellen Stand der Unternehmenskommunikation bei Finanzdienstleistern zusammen. Mit einem Vorwort von Julian Nida-Rümelin

 


2016 war Julian Nida-Rümelin Gast auf dem 11. Risikomanagement Kongresses der Union Investment und hielt einen Vortrag zur Ethik des Risikos.

 

 


 

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