Vortragsthemen

„Eine humane Lebensform ist dabei dadurch charakterisiert, dass sie sich von Gründen leiten lässt, die den Anderen respektieren.“

Julian Nida-Rümelin hält Vorträge und berät Führungskräfte zu den verschiedensten ethisch-philosophischen Fragestellungen. Es gelingt ihm komplexe Sachverhalte verständlich und frei zu präsentieren, ohne dabei ins Triviale abzutriften.

Ökonomie und Ethik

Ökonomie und Ethik

„Die ökonomische Praxis ist nicht moralfrei, die ethische Dimension tritt nicht von außen als Mahnung oder Beschränkung an die wirtschaftlichen Akteure heran, sondern ist integraler Teil erfolgreicher ökonomischer Praxis.“

Dies ist die leitende These, die Julian Nida-Rümelin in seinem viel beachteten Buch Die Optimierungsfalle im Detail ausgeführt hat. Sie ist das Resultat von vielen Jahren der intensiven Befassung mit philosophischen und ökonomischen Rationalitätstheorien. In seinen Vorträgen wird der Zusammenhang zwischen Ökonomie und Ethik dargestellt und es werden daraus konkrete Schlussfolgerungen für die ökonomische Praxis gezogen.


Ethische Bedingungen erfolgreicher Führung

Erfolgreiche Führung in Unternehmen und Verwaltungen beruht auf Persönlichkeit und ihren Merkmalen, dem, was Platon und Aristoteles als „Tugenden“ bezeichnet haben. Julian Nida-Rümelin plädiert für eine Renaissance der Tugendethik in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und zeigt, dass Tugenden keine Relikte aus längst vergangenen Zeiten sind, sondern gerade unter den modernen Bedingungen einer globalisierten Ökonomie aktueller geworden sind denn je.

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Ökonomie und Innovation

In der Ökonomie ist viel von „Innovation“ die Rede. In der Tat kann man das Phänomen rascher und oft grundstürzender Innovationen als das herausragende Merkmal der modernen Wirtschaft seit Anfang des 19. Jahrhunderts ansehen. Aber was genau ist „Innovation“, welche Bedingungen fördern und welche behindern diese? Julian Nida-Rümelin wirft einige Schlaglichter auf die Geschichte der Kunst und der Wissenschaft, um diese Frage für die ökonomische Praxis zu beantworten.

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Unternehmenskultur

Was schafft in einem Unternehmen eine Vertrauenskultur? Kein Unternehmen kann ökonomisch erfolgreich sein ohne verlässliche interne Kommunikationsprozesse. Hier zeigt sich geradezu exemplarisch das Spannungsverhältnis zwischen ökonomischer Optimierung auf der einen Seite und den notwendigen ethischen Bedingungen dieser Praxis auf der anderen Seite. Eine entfesselte ökonomische Rationalität, die alle anderen Rationalitäten unterjocht oder marginalisiert, zerstört sich am Ende selbst. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: kein ökonomischer Erfolg ohne verlässliche Kommunikation. Einzelne Störungen von Kommunikation müssen daher betrachtet werden, denn Kommunikationsstörungen können etwa dahin führen, dass die Vertrauenskultur  eines Unternehmens verfällt.

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Finanz- und Wirtschaftsethik

Die Finanzwirtschaft ist heute ein zentraler Teil der Ökonomie, weit mehr als eine bloße Dienstleistung der Anlagen und Kreditvergaben für Unternehmen und Privatleute. Von ihr hängt das Wohl und Wehe der Volkswirtschaft als ganzer in hohem Maße ab. Zugleich hat dieser Teil der Wirtschaft eine ausschlaggebende Rolle bei der letzten Weltwirtschaftskrise gespielt, die bis heute noch nicht überwunden sind, während neue Krisen jederzeit möglich erscheinen. Umso wichtiger ist es sich über die ethischen Herausforderungen einer zeitgemäßen Finanzwirtschaft klar zu werden. Zu diesem Zweck hat das gemeinnützige Institut für Finanzstudien gGmbH schon vor Jahren das Panel Ethik und Finanzwirtschaft eingerichtet, dem hochkarätige Wissenschaftler und Praktiker angehören und von JNR geleitet wird. In seinen Vorträgen entwickelt er Prinzipien der Finanzethik und erörtert die spezifischen ethischen Herausforderungen der Finanzwirtschaft.

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Digitalisierung

Autonomes Fahren und Verantwortung

„Wer trägt die Verantwortung beim autonomen Fahren – Fahrer, Fahrzeughalter oder Hersteller? Weil Roboter nicht wie Personen handeln und behandelt werden können, ist zu klären, wie wir unsere Kriterien aus Strafrecht, Zivilrecht und moralischer Alltagspraxis auf die neuen Technologien übertragen.“ Julian Nida-Rümelin

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Digitalisierung der Gesellschaft

 


 


Bildung

Philosophie einer humanen Bildung

Die deutsche Bildungskrise ist nicht nur eine der Institutionen, sie ist primär eine der Ideen.  Überall herrscht Überforderung und Unzufriedenheit: Bei den Lehrern, den Eltern, den Kindern sowieso, auch bei den Politikern. Unseren Bildungsreformen, so Julian Nida-Rümelin, fehlt die kulturelle Leitidee. »Employability« heißt stattdessen die Losung. Aber eine Bildung, die den Menschen nur »fit für« etwas machen will, die nicht nach seinen Interessen und Talenten fragt, wird nicht einmal den gewünschten Markterfolg bringen. Wenn wir den Mut zu einer konsequent humanen Bildungspraxis fänden, den Mut, uns vom Gedanken der unmittelbaren Verwertbarkeit zu trennen, wäre die Basis für gelingendes Leben gelegt – und damit auch für eine fundamentale Form von Erfolg: Lebensglück.

Julian Nida-Rümelin mit einem Essay zur Philosophie einer humanen Bildung (2013) bei Edition Körber-Stiftung in die Debatte eingegriffen.

2015 ist im Anschluss daran der Gesprächsband mit Julian Nida-Rümelin und Klaus Zierer Auf den Weg in eine neue deutsche Bildungskatasrophe – Zwölf unangenehme Wahrheiten bei Herder erschienen.


Der Akademisierungswahn

Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt, die akademische Bildung wird immer beliebiger und flacher. Julian Nida-Rümelin plädiert für ein Bildungssystem, das sich konsequent an der Vielfalt von Begabungen, Interessen, Berufs- und Lebenswegen orientiert. Das kann durch eine gute und gründliche universitäre Ausbildung geschehen. Doch zu diesem System gehört auch die berufliche Bildung, um die der deutschsprachige Raum weltweit beneidet wird. Berufliche und akademische Bildung sind unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Fähigkeiten zu bilden.

Hierzu erschien Der Akademisierungswahn Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung bei edition Körber-Stiftung 2014.



Risikoethik

Die heutige Risikopraxis ist hochgradig inkohärent. Während die ökonomische Risikopraxis sich am Optimierungsmodell (Risikovermeidung im Sinne der Kosteneffizienz) orientiert, geht das Recht in Gestalt von Gesetzen und Gerichtsurteilen von Individualrechten aus, die durch Risiken der Technik und der Ökonomie nicht beeinträchtigt werden dürfen. Hinzu kommt, dass insbesondere Risiken in der Gesellschaft und der Politik verzerrt wahrgenommen werden, mit teilweise extremen Konsequenzen für Leib und Leben. Julian Nida-Rümelin plädiert für eine kohärente, deontologisch verfasste Risiko-Ethik und eine Risiko-Praxis, der es gestattet ist kosteneffizient zu optimieren, aber nur in den Grenzen ethischer Kriterien, die die je individuelle menschliche Autonomie achten. Er entwickelt eine Ethik des Risikos, die als Alternative zur dominierenden Folgenabschätzung einerseits, aber auch zu einem postmodern inspirierten Kulturalismus andererseits verstanden werden kann. Er wendet sich damit an alle, die an einer ethischen Klärung rechtfertigbarer Risikopraxis interessiert sind.
Zusammen mit zwei Doktoranden verfasste Julian Nida-Rümelin zu dieser Thematik kürzlich das Buch Risikoethik, das bei de Gruyter 2013 erschienen ist.

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Rationalität und Verantwortung

Rationalität und Verantwortung sind die beiden Grundbegriffe der praktischen Philosophie. Diese sind aber auch außerhalb der Philosophie für die Gestaltung des menschlichen Lebens von zentraler Bedeutung. Einzelne Handlungen, sofern sie nicht unvernünftig sind, lassen sich in einen größeren, strukturellen Rahmen des Verhaltens, der individuellen Lebensform und der gesellschaftlichen Kooperation einbetten. Julian Nida-Rümelin erläutert sein Verständnis struktureller Rationalität und der darauf beruhenden Verantwortung für eine menschliche Lebensform.

Zu dieser Thematik hat Julian Nida-Rümelin neben zahlreichen wissenschaftlichen Aufsätzen auch zwei Buch-Essays verfasst: JNR: Strukturelle Rationalität und Verantwortung, beide sind bei Reclam erschienen, dazu auch Dieter Sturma (Hrsg.): Vernunft und Freiheit. Zur praktischen Philosophie von Julian Nida-Rümelin (de Gruyter)


Über menschliche Freiheit

Nicht nur manche Neurowissenschaftler, sondern auch Marxisten, Systemtheoretiker, KI-Forscher, Ökonomen und postmoderne Feuilletonisten bestreiten die Existenz menschlicher Freiheit, diese sei allenfalls eine nützliche Illusion. Tatsächlich setzen die vorgebrachten Argumente in der Regel das voraus, was sie bestreiten, nämlich die Möglichkeit sich von Gründen (theoretischen Gründen für Überzeugungen und praktischen Gründen für Handlungen) leiten zu lassen. Freiheit ist nichts anderes als die Fähigkeit sich von Gründen leiten zu lassen. Julian Nida-Rümelin erläutert diese Konzeption menschlicher Freiheit und setzt sich mit ihren historischen und zeitgenössischen Kritikern auseinander.

Zu dieser Thematik hat Julian Nida-Rümelin neben einigen Aufsätzen auch einen Buch-Essay verfasst: Über menschliche Freiheit, der bei Reclam erschienen ist, vgl. dazu auch Dieter Sturma (Hrsg.): Vernunft und Freiheit. Zur praktischen Philosophie von Julian Nida-Rümelin (de Gruyter)


Der Sinn des Lebens

Um schwierige philosophische Fragen zu traktieren, beginnt man vernünftigerweise bei verwandten, weniger schwierigen. Julian Nida-Rümelin stellt sich zunächst die Frage, woher es rührt, dass eine sprachliche Äußerung einen Sinn hat. Er bewegt sich zunächst noch auf relativ gesichertem sprachphilosophischem Grund, bevor er sich der Frage annähert, was denn der Sinn des ganzen Lebens, eines individuellen menschlichen Lebens oder sogar des menschlichen Lebens als solchem ausmacht.

2015 erscheint der Beitrag „Praktische Rationalität und der Sinn des Lebens“ im Sonderheft Geist verstehen. Klassische deutsche Philosophie und Analytische Philosophie im Gespräch (herausgegeben von Albrecht Newen und Birgit Sankaulen) der Zeitschrift Logical Analysis and History of Philosophy.


Kinderphilosophie

Alle Kinder sind Philosophen. Sie staunen über die Welt und rühren dabei an die großen Fragen der Menschheit: Bleibe ich mein ganzes Leben dieselbe Person? Warum dürfen wir nicht alles, was wir wollen? Der ehemalige Staatsminister Julian Nida-Rümelin und seine Frau Nathalie Weidenfeld lesen aus ihrem gemeinsamen Buch „Der Sokrates Club – Philosophische Gespräche mit Kindern“, um diesen Fragen nachzugehen und zu zeigen, wie man philosophisches Denken mit Kindern üben kann.

Zusammen mit Nathalie Weidenfeld hat Julian Nida-Rümelin gestützt auf zahlreiche philosophische Gespräche in Schulen und bei anderen Gelegenheiten dazu bei Knaus ein Büchlein Der Sokratesclub. Philosophieren mit Kindern veröffentlicht.


Ethik der Stadt

Stadtplanung ist, ob ihr dies jeweils bewusst ist oder nicht, immer auch normativ verfasst: Sie entwickelt ein wünschenswertes und unter den gegebenen kulturellen, sozialen und ökonomischen Bedingungen realisierbares Bild der Stadt. Sozialphilosophie und philosophische Ethik können zu diesem Bild einiges beitragen, werden aber in der Regel in die planerischen Prozesse nicht einbezogen.

Julian Nida-Rümelin unternimmt einen Brückenschlag zwischen Philosophie und Stadtplanung mit dem Ziel die Ressourcen der zeitgenössischen praktischen Philosophie für die Theorie und Praxis der Stadtplanung fruchtbar zu machen.


Ethik des Bauens

Als Kulturstaatsminister hat sich Julian Nida-Rümelin für die Förderung der Baukultur eingesetzt (Initiative Baukultur und Einrichtung des Taut-Preises). Als Philosoph und Sohn eines Künstlers, der überwiegend Kunst am Bau und im öffentlichen Raum realisiert hatte, interessiert er sich von jeher für die bauliche und künstlerische Dimension unserer Lebensform. Architektur ist die letzte integrale Kunstgattung im Sinne der altgriechischen technè, in ihr vereint sich das Künstlerisch-Kreative mit dem Technische, dem Sozialen und Ökonomischen (vgl. Aristoteles Nikomachische Ethik, Erstes Buch). Damit ist die ethische Dimension integraler Bestandteil der Architektur: „Baukörper und Menschenbilder“ war der programmatische Titel des Vortrags von JNR zur ersten Verleihung des Taut-Preises, welcher in Andenken an die Architekten Max und Bruno Taut, jährlich an die besten jungen Architekten verliehen wird. Wie hängen die Konzepte des Bauens mit anthropologischen Konzepten zusammen, welche Vorstellung einer menschlichen Lebensform sollen die Architektur anleiten, was sind die Prinzipien einer Ethik des Bauens? Diese und verwandte Fragen erörtert Julian Nida-Rümelin in seinen Vorträgen in Akademien, Technischen Hochschulen, Planungsreferaten und Architekturbüros.


Ethik der digitalen Informationsgesellschaft

Die neuen Informationstechnologien haben die Gesellschaft, nicht nur die Kommunikationsformen tiefgreifend verändert. Wir sind in einer Phase der Neufassung von Kommunikation und es ist noch offen mit welchem Ergebnis: Bewegen wir uns in Richtung einer Transformationsgesellschaft, in der die Trennung des Privaten und des Öffentlichen aufgelöst ist oder wird es neuere Formen des gate-keeping von privacy und informationeller Bürgerrechten geben oder werden gar der Staat und die Unternehmen die Oberhand gewinnen und zu big brothers einer schönen neuen globalen Konsumwelt mutieren? Julian Nida-Rümelin betont die Rolle von Wissen und Urteilskraft in der digitalen Informationsgesellschaft und plädiert für eine neue Kultur individueller Selbstbestimmung.


Philosophie und Lebensform

Die moderne Philosophie, wie sie sich in der frühen Neuzeit formiert, versteht sich als Alternative zur vertrauten Lebenswelt, zum common sense, sie strebt nach absoluter Gewissheit gestützt auf reine Vernunft, sie möchte wissenschaftliche Rationalität an die Stelle des Vorurteils und des Gewohnten setzen, sie möchte die menschliche Praxis strengen Vernunft-Prinzipien unterstellen, aber auch dem kontrollierten Experiment und der empirischen Überprüfung Raum geben. Die Welt verdankt diesem philosophischen Programm viel, daraus entwickeln sich die modernen Naturwissenschaften und die moderne Ökonomie. Und die Dominanz klerikaler und fürstlicher Autoritäten wird gebrochen, was schließlich die parlamentarische und rechtsstaatliche Demokratie ermöglicht. Die Distanz von Philosophie und Lebenswelt führt zugleich in eine Krise: die philosophische Ethik verliert ihre praktische Relevanz, praktische Vernunft wird auf instrumentelle Rationalität verkürzt, theoretische Vernunft auf (natur-) wissenschaftliche Erkenntnis.
Dagegen stellt Julian Nida-Rümelin eine Philosophie, die an die Lebenswelt anknüpft, die an der geteilten Lebensform partizipiert und diese nicht entwertet. Eine Philosophie, die sich als Alternative zum lebensweltlichen Orientierungswissen versteht, endet in Dogmatismus oder Skepsis.

Julian Nida-Rümelin hat zu dieser Thematik einen Band mit Aufsätzen bei Suhrkamp veröffentlicht: Philosophie und Lebensform, vgl. dazu auch Dieter Sturma (Hrsg.): Vernunft und Freiheit. Zur praktischen Philosophie von Julian Nida-Rümelin (de Gruyter)


Europa

Das Ende des Euro ist nicht das Ende Europas. Ein Plädoyer für eine radikale Neuordnung der europäischen Institution

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Humanismus

Das Ethos der Menschenrechte ist der Kern eines neuen Humanismus, der allein als Leitkultur einer globalen Zivilgesellschaft taugt. Selbst wenn es im globalen Maßstab als unwahrscheinlich erscheinen mag, dass ein neuer Humanismus den gegenwärtig um sich greifenden religiösen Fanatismus zivilisiert – dies ist die einzige Hoffnung. Furcht sollten wir erst haben, wenn diese Hoffnung stirbt.

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Ethik der Migration

Die Flüchtlingskrise die zwar in der spezifischen Form des vergangenen Herbstes durch die Schließung der Balkanroute und den Deal mit der Türkei abgewendet scheint, die sich aber in anderer Form fortsetzen wird, zwingt zu gedanklicher Klarheit, die nur zu haben ist, wenn man sich von liebgewonnenen Dogmen verabschiedet.

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