Forschungsprojekte

Risikoethik

Eine deontologische Ethik des Risikos auszuarbeiten, wie sie im Handbuch Angewandte Ethik im Kapitel Risikoethik (Kröner 2005) von ihm skizziert wurde. Das Ergebnis soll bei de Gruyter erscheinen. Es geht um ethische Kriterien einer kohärenten Risikopraxis, die deontologische Aspekte richtigen Handelns integriert: Individuelle Rechte, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.

Verantwortungsbegriff

In Fortführung der Analysen zur Rationalitätstheorie und zur Freiheitsthematik, wie sie sich u.a. in den Buchpublikationen Kritik des Konsequentialismus (1993), Economic Rationality and Practical Reason (1997), Strukturelle Rationalität (2001), Decision Theory and Ethics (2005) und Über menschliche Freiheit (2005) niedergeschlagen haben, werden die verschiedenen Stränge der Argumentation nun auf den Verantwortungsbegriff bezogen und zusammengeführt. Akteur zu sein, heißt Gründe zu haben. Rationalität, Freiheit und Verantwortung sind jeweils drei unterschiedliche Aspekte dieser besonderen menschlichen Fähigkeit. Das Ergebnis soll wiederum in kompakter Form Zum Verantwortungsbegriff bei Reclam Universalbibliothek erscheinen.

Philosophie und Lebensform

Das Thema “Lebenswelt” wird momentan sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Philosophie rege diskutiert. Die Quellen für dieses neue Interesse an einem bereits von Edmund Husserl geprägten Begriff sind unterschiedlich – sei es die Beschäftigung mit dem späten Wittgenstein, sei es die Auseinandersetzung mit den Begründungsproblemen ethischer Theorien. Ein vom 11.-13. Oktober 2006 von Felix Mühlhölzer und Julian Nida-Rümelin veranstaltetes DFG-Rundgespräch hatte den Zweck, das Konzept “Lebenswelt” zu klären und hinsichtlich seines Wertes für aktuelle philosophische Debatten zu überprüfen.

Seit einigen Jahren steht zudem die Rolle lebensweltlicher Verständigungspraxis und der praktizierten Lebensform für die wissenschaftliche und philosophische Theoriebildung im Mittelpunkt einiger Beiträge und Publikationen, die demnächst unter dem Titel “Philosophie und Lebenswelt” bei Suhrkamp erscheinen werden.
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Bildende Kunst und Analytische Philosophie

Ziel des Projekts ist es, aktuelle Fragen der Kunst in einer möglichst klaren und verständlichen Sprache zu erörtern. Dabei sollen die Methoden und Begriffe der analytischen Philosophie fruchtbar gemacht werden. Konkret will das Projekt an fünf thematischen Beispielen aus dem Bereich der bildenden Kunst diese Ziele realisieren. Thematisiert werden zentrale kunstphilosophischen Begriffe und Fragen, die im alltäglichen Ausstellungsgeschäft meist zu kurz kommen, die aber eine wesentliche Rolle für ein adäquates Kunstverständnis spielen.
Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts. Artikel im Münchner Kunstmagazin “und”

GeNECA: Gerechte nachhaltige Entwicklung auf Basis des Capability Ansatzes

Das Projekt GeNECA stellt die Frage nach einer gerechten Bedürfniserfüllung für zukünftige Generationen in den Mittelpunkt. Dabei soll aus Sicht verschiedener Disziplinen (Ökonomie, Umweltwissenschaften, Philosophie) untersucht werden, inwiefern sich der von A.K. Sen und M. Nussbaum entwickelte Capability Ansatz als Grundlage für eine gerechte Nachhaltigkeitspolitik eignet. Der Ansatz soll im Zuge des Projekts um den Aspekt der intergenerationalen Gerechtigkeit sowie der bedürfnisorientierte Nachhaltigkeitspolitik erweitert werden. Die Aufgabe der Philosophie besteht darin, den Capability Ansatz um die folgenden drei Aspekte zu ergänzen:

1. Natur und Gesellschaft-Zusammenhänge: Entwicklung von Leitlinien zum verantwortlichen Umgang mit der Natur
2. Intra- und intergenerationale Gerechtigkeit: ein Gerechtigkeitsbegriff, der sowohl örtlich als auch zeitlich universal gültig ist
3. Menschliche Grundbedürfnisse und Capabilities: Entwicklung einer konzeptuellen Basis zur Berücksichtigung der Bedürfnisse künftiger Generationen

Ziel der philosophischen Auseinandersetzung mit diesen Punkten ist es, eine fundierte Konzeption von gerechter nachhaltiger Entwicklung zu entwerfen und daraus handhabbare Indikatoren für die empirische Anwendung zu gewinnen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des GeNECA-Projekts.

Deontologische Semantik

In Fortsetzung aber auch deutlicher Modifikation des Grice’schen Ansatzes intentionalistischer Semantik, soll den Gründen, die unser Äußerungsverhalten leiten, eine bedeutungskonstitutive Rolle beigemessen werden. Eine Verschiebung vom Hume’schen Paradigma der Wunscherfüllung zu dem der Gründe.
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Anthropologie

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe HUMANPROJEKT – ZUR STELLUNG DES MENSCHEN IN DER NATUR stellt mit Blick auf die eindrucksvollen und unabsehbaren Fortschritte der Lebenswissenschaften die Frage nach dem Selbstverständnis des Menschen. Die aktuellen Erkenntnisse fordern, das Welt- und Menschenbild neu zu überdenken und verstärkt nach der Einbindung des Menschen in den Zusammenhang der Natur zu fragen.

Das Projekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Gerhardt (Humboldt-Universität), Prof. Dr. Detlev Ganten (Charité) und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Sprecher) durchgeführt.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Kulturen des Wirtschaftens

Angesichts der aktuellen Krise stellt sich die Frage dringlicher denn je, wie wir Wirtschaft anders und besser denken und gestalten können. Ökonomisches Handeln ist auch eine Form kultureller Praxis und als solche von besonderem Interesse: Wie hat sich das Verhältnis von Wirtschaft und Kultur historisch gewandelt? Wie funktioniert das Wirtschaften in anderen zeitgenössischen Kulturen? Und vor allem: Wie kann und soll unsere Wirtschaftswelt in Zukunft aussehen? Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Dokumentation, Artikel in der Frankfurter Rundschau

Strukturelle Gerechtigkeit

Zusammen mit Martin Rechenauer wird die Arbeit an einer Gerechtigkeitskonzeption fortgesetzt, die den Komplexitäten einer multikulturellen nationalen, wie globalen Gesellschaft gerecht wird und auf dem Grundkonzept der fairen und rationalen Entscheidung über Bedingungen und Institutionen der Kooperation, im weitesten Sinne dem Rawls’schen Paradigma, beruht. Dabei wird die Konzeption struktureller Rationalität für die Gerechtigkeitstheorie fruchtbar gemacht.

BBAW Energieforschung

Frau Ministerin Schavan hat die Nationale Akademie Leopoldina, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (als Vertreterin der Union der Wissenschaftsakademien) und die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (acatech) beauftragt, eine gemeinsame Studie zu den Prioritäten der Energieforschungspolitik für Deutschland und Europa zu verfassen. Dies ist der erste Auftrag der Politik an die neu geschaffene Struktur der Nationalen Akademien in Deutschland. Koordiniert wird das Projekt von Frank Behrendt (TU Berlin) und Eberhard Umbach (FZ Karlsruhe) für acatech, Ferdi Schüth (MPI für Kohleforschung, Mühlheim) für die Leopoldina und von Ortwin Renn für die Berlin-Brandeburgische Akademie der Wissenschaften.