RoboLaw
Regulating Emerging Robotic Technologies in Europe: Robotics facing Law and Ethics

Das durch die Europäischen Union geförderte Projekt „RoboLaw“  ist ein Konsortium von vier Europäischen Universitäten: Scuola Superiore Sant’Anna (SSSA Pisa, Italien); University of Tilburg, Law School Tilburg Institute of Law, Technology and Society (TILT Tilburg, Niederlande); University of Reading, School of Systeme Engineering (UoR Reading, Großbritannien) und Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Philosophie IV (LMU München, Deutschland).

Das Projekt beschäftigt sich mit dem Einfluss und den Auswirkungen, die neue Technologien (z.B. Bionik, Neuroprothetik, elektrische Hirnstimulation, sowie Nanotechnologien) auf den Bereich rechtlicher Normen haben. Die Analyse der Zusammenhänge zwischen technischen, rechtlichen und moralischen Normen dient dazu, die beste Balance zwischen ihnen auszuloten. Eine Abwägung, die sowohl eine technisch machbare, wie aber auch ethisch und rechtlich vertretbare, solide Basis für zukünftige Entwicklungen der Robotik fördern soll. Ein Schlüsselelement des Projektes ist es zudem, in der Robotik eingebettete Wertvorstellungen offenzulegen und diejenigen Fragestellungen zu identifizieren, die sich durch die Nutzung von Robotik neu ergeben. Das Projekt zielt darauf ab, ethische und rechtliche Empfehlungen für die Europäische Kommission bereitzustellen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts.

ForChange: Nachhaltigkeit, menschliche Kompetenz und gesellschaftliche Resilienz im Lichte des Capability-Ansatzes

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Leitung: Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Koordinatorin: Dr. Rebecca Gutwald

Angesichts von tiefgreifenden Veränderungen wie Klimawandel, demographischem Wandel oder der Finanzkrise kommt man nicht umhin zu fragen, welche Fähigkeiten und Ressourcen eine Gesellschaft braucht, um diesen Herausforderungen adäquat zu begegnen. Damit rückt die Frage nach der Resilienz des Einzelnen und der Gesellschaft in den Mittelpunkt. Der vom bayerischen Wissenschaftsministerium neu eingerichtete geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsverbund „Fit for Change” (ForChange) wird sich in den nächsten vier Jahren, unterstützt von der Bayerischen Forschungsallianz, aus unterschiedlichen disziplinären Blickwinkeln mit diesem Thema beschäftigen. Im Verbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Augsburg, Erlangen-Nürnberg, München (LMU), Regensburg und Würzburg aus den Fachbereichen Betriebswirtschaftslehre, Geografie, Kommunikationswissenschaften und Medienforschung, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaften, Theologie, Soziologie sowie Volkswirtschaftslehre zusammen.

Das Projekt „Nachhaltigkeit, menschliche Kompetenz und gesellschaftliche Resilienz im Lichte des Capability-Ansatzes“ untersucht die Thematik der Resilienz aus dem Blickwinkel der modernen Ethik und politischen Philosophie. Als normativer Ausgangspunkt wird der Capability Ansatz (CA) des Philosophen und Ökonomen Amartya Sen herangezogen. Dieser betrachtet als normativ grundlegend, was Menschen tatsächlich sind und tun bzw. zu sein und tun in der Lage sind (also die „capabilities“, die ein Mensch besitzt). Einen wichtigen ersten Schritt im Projekt stellt die Begriffsbestimmung der Resilienz im Austausch mit den Partnerprojekten auf Basis des CA dar. Die weitere Erforschung konzentriert sich auf die normativ-soziale Komponente der Resilienz. Sie arbeitet heraus, welche Fähigkeiten und Chancen nötig sind, um auf den kommenden Wandel in Umweltbedingungen und gesellschaftlicher Gestaltung angemessen zu reagieren. Partizipation, Demokratie und Verantwortung werden dabei als zentrale Werte für die Begegnung mit gesellschaftlichem Wandel etabliert. Auf dieser Basis werden, so auch das Ziel des Verbundes, durch inter- und transdisziplinären Austausch ethische und politische Empfehlungen für die Praxis entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie in Kürze unter www.forchange.de.

BBAW Normativität – Objektivität – Handlung

(Zusammen mit Dr. Jan-Christoph Heilinger, Münchner Kompetenzzentrum Ethik)

Risikoethik

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(Zusammen mit Johann Schulenburg und Benjamin Rath)

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, eine deontologische Ethik des Risikos auszuarbeiten, wie sie im Handbuch Angewandte Ethik im Kapitel Risikoethik (Kröner 2005) von JNR skizziert wurde. Das Ergebnis ist 2012 bei de Gruyter (New York, Berlin) erscheinen: Grundthemen Philosophie – Risikoethik. Es geht um ethische Kriterien einer kohärenten Risikopraxis, die deontologische Aspekte richtigen Handelns integriert: Individuelle Rechte, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.

GeNECA: Gerechte nachhaltige Entwicklung auf Basis des Capability Ansatzes

Das Projekt GeNECA stellt die Frage nach einer gerechten Bedürfniserfüllung für zukünftige Generationen in den Mittelpunkt. Dabei soll aus Sicht verschiedener Disziplinen (Ökonomie, Umweltwissenschaften, Philosophie) untersucht werden, inwiefern sich der von A.K. Sen und M. Nussbaum entwickelte Capability Ansatz als Grundlage für eine gerechte Nachhaltigkeitspolitik eignet. Der Ansatz soll im Zuge des Projekts um den Aspekt der intergenerationalen Gerechtigkeit sowie der bedürfnisorientierte Nachhaltigkeitspolitik erweitert werden. Die Aufgabe der Philosophie besteht darin, den Capability Ansatz um die folgenden drei Aspekte zu ergänzen:

1. Natur und Gesellschaft-Zusammenhänge: Entwicklung von Leitlinien zum verantwortlichen Umgang mit der Natur
2. Intra- und intergenerationale Gerechtigkeit: ein Gerechtigkeitsbegriff, der sowohl örtlich als auch zeitlich universal gültig ist
3. Menschliche Grundbedürfnisse und Capabilities: Entwicklung einer konzeptuellen Basis zur Berücksichtigung der Bedürfnisse künftiger Generationen

Ziel der philosophischen Auseinandersetzung mit diesen Punkten ist es, eine fundierte Konzeption von gerechter nachhaltiger Entwicklung zu entwerfen und daraus handhabbare Indikatoren für die empirische Anwendung zu gewinnen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des GeNECA-Projekts.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Bildende Kunst und Analytische Philosophie

Ziel des Projekts ist es, aktuelle Fragen der Kunst in einer möglichst klaren und verständlichen Sprache zu erörtern. Dabei sollen die Methoden und Begriffe der analytischen Philosophie fruchtbar gemacht werden. Konkret will das Projekt an fünf thematischen Beispielen aus dem Bereich der bildenden Kunst diese Ziele realisieren. Thematisiert werden zentrale kunstphilosophischen Begriffe und Fragen, die im alltäglichen Ausstellungsgeschäft meist zu kurz kommen, die aber eine wesentliche Rolle für ein adäquates Kunstverständnis spielen.
Das Projekt wurde von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts.
jpg Artikel im Magazin | (252,25 kB)

Verantwortungsbegriff

In Fortführung der Analysen zur Rationalitätstheorie und zur Freiheitsthematik, wie sie sich u.a. in den Buchpublikationen Kritik des Konsequentialismus (1993), Economic Rationality and Practical Reason (1997), Strukturelle Rationalität (2001), Decision Theory and Ethics (2005) und Über menschliche Freiheit (2005) niedergeschlagen haben, werden die verschiedenen Stränge der Argumentation nun auf den Verantwortungsbegriff bezogen und zusammengeführt. Akteur zu sein, heißt Gründe zu haben. Rationalität, Freiheit und Verantwortung sind jeweils drei unterschiedliche Aspekte dieser besonderen menschlichen Fähigkeit.

Erschienen sind bei reclam:

Kulturen des Wirtschaftens

Angesichts der aktuellen Krise stellt sich die Frage dringlicher denn je, wie wir Wirtschaft anders und besser denken und gestalten können. Ökonomisches Handeln ist auch eine Form kultureller Praxis und als solche von besonderem Interesse: Wie hat sich das Verhältnis von Wirtschaft und Kultur historisch gewandelt? Wie funktioniert das Wirtschaften in anderen zeitgenössischen Kulturen? Und vor allem: Wie kann und soll unsere Wirtschaftswelt in Zukunft aussehen? Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Dokumentation
pdf Frankfurter Rundschau: Kulturen des Wirtschaftens | (78,78 kB)

Philosophie und Lebensform

Das Thema “Lebenswelt” wird momentan sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Philosophie rege diskutiert. Die Quellen für dieses neue Interesse an einem bereits von Edmund Husserl geprägten Begriff sind unterschiedlich – sei es die Beschäftigung mit dem späten Wittgenstein, sei es die Auseinandersetzung mit den Begründungsproblemen ethischer Theorien. Ein vom 11.-13. Oktober 2006 von Felix Mühlhölzer und Julian Nida-Rümelin veranstaltetes DFG-Rundgespräch hatte den Zweck, das Konzept “Lebenswelt” zu klären und hinsichtlich seines Wertes für aktuelle philosophische Debatten zu überprüfen.

Seit einigen Jahren steht zudem die Rolle lebensweltlicher Verständigungspraxis und der praktizierten Lebensform für die wissenschaftliche und philosophische Theoriebildung im Mittelpunkt.

BBAW Humanprojekt

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe HUMANPROJEKT – ZUR STELLUNG DES MENSCHEN IN DER NATUR stellt mit Blick auf die eindrucksvollen und unabsehbaren Fortschritte der Lebenswissenschaften die Frage nach dem Selbstverständnis des Menschen. Die aktuellen Erkenntnisse fordern, das Welt- und Menschenbild neu zu überdenken und verstärkt nach der Einbindung des Menschen in den Zusammenhang der Natur zu fragen.

Das Projekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Gerhardt (Humboldt-Universität), Prof. Dr. Detlev Ganten (Charité) und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Sprecher) durchgeführt.

Strukturelle Gerechtigkeit

Zusammen mit Martin Rechenauer wird die Arbeit an einer Gerechtigkeitskonzeption fortgesetzt, die den Komplexitäten einer multikulturellen nationalen, wie globalen Gesellschaft gerecht wird und auf dem Grundkonzept der fairen und rationalen Entscheidung über Bedingungen und Institutionen der Kooperation, im weitesten Sinne dem Rawls’schen Paradigma, beruht. Dabei wird die Konzeption struktureller Rationalität für die Gerechtigkeitstheorie fruchtbar gemacht.

BBAW Energieforschung

Frau Ministerin Schavan hat die Nationale Akademie Leopoldina, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (als Vertreterin der Union der Wissenschaftsakademien) und die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (acatech) beauftragt, eine gemeinsame Studie zu den Prioritäten der Energieforschungspolitik für Deutschland und Europa zu verfassen. Dies ist der erste Auftrag der Politik an die neu geschaffene Struktur der Nationalen Akademien in Deutschland. Koordiniert wird das Projekt von Frank Behrendt (TU Berlin) und Eberhard Umbach (FZ Karlsruhe) für acatech, Ferdi Schüth (MPI für Kohleforschung, Mühlheim) für die Leopoldina und von Ortwin Renn für die Berlin-Brandeburgische Akademie der Wissenschaften.