Aktuelle Forschungsprojekte:

Verantwortungsbegriff

In Fortführung der Analysen zur Rationalitätstheorie und zur Freiheitsthematik, wie sie sich u.a. in den Buchpublikationen Kritik des Konsequentialismus (1993), Economic Rationality and Practical Reason (1997), Strukturelle Rationalität (2001), Decision Theory and Ethics (2005) und Über menschliche Freiheit (2005) niedergeschlagen haben, werden die verschiedenen Stränge der Argumentation nun auf den Verantwortungsbegriff bezogen und zusammengeführt. Akteur zu sein, heißt Gründe zu haben. Rationalität, Freiheit und Verantwortung sind jeweils drei unterschiedliche Aspekte dieser besonderen menschlichen Fähigkeit. Das Ergebnis soll wiederum in kompakter Form Zum Verantwortungsbegriff bei Reclam Universalbibliothek erscheinen.

Risikoethik

Eine deontologische Ethik des Risikos auszuarbeiten, wie sie im Handbuch Angewandte Ethik im Kapitel Risikoethik (Kröner 2005) von ihm skizziert wurde. Das Ergebnis soll bei de Gruyter erscheinen. Es geht um ethische Kriterien einer kohärenten Risikopraxis, die deontologische Aspekte richtigen Handelns integriert: Individuelle Rechte, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.

Deontologische Semantik

In Fortsetzung aber auch deutlicher Modifikation des Grice’schen Ansatzes intentionalistischer Semantik, soll den Gründen, die unser Äußerungsverhalten leiten, eine bedeutungskonstitutive Rolle beigemessen werden. Eine Verschiebung vom Hume’schen Paradigma der Wunscherfüllung zu dem der Gründe.

Kulturen des Wirtschaftens

Gemeinsames Forschungsprojekt mit Tatjana Schönwälder

Eine dreiteilige Veranstaltungsreihe der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München. (Externer Link zur Website der Kulturstiftung des Bundes.)

Angesichts der aktuellen Krise stellt sich die Frage dringlicher denn je, wie wir Wirtschaft anders und besser denken und gestalten können. Ökonomisches Handeln ist auch eine Form kultureller Praxis und als solche von besonderem Interesse: Wie hat sich das Verhältnis von Wirtschaft und Kultur historisch gewandelt? Wie funktioniert das Wirtschaften in anderen zeitgenössischen Kulturen? Und vor allem: Wie kann und soll unsere Wirtschaftswelt in Zukunft aussehen? Diesen und anderen Fragen stellen sich hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur an drei Tagen im Mai und Juni 2010 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kulturen des Wirtschaftens".

Die erste Tagung "Einblicke: Wunder Wirtschaft?" untersucht die Facetten des Wandels von Wirtschaftsformen.
Die zweite Veranstaltung "Blickwechsel: Wirtschaft wider Willen?" will den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Kultur sichtbar machen.
Die dritte Konferenz "Durchblicke: Gewinnen wollen!" soll dazu anstiften, Utopien für eine neue Kultur des Wirtschaftens zu entwickeln.

Strukturelle Gerechtigkeit

Zusammen mit Martin Rechenauer wird die Arbeit an einer Gerechtigkeitskonzeption fortgesetzt, die den Komplexitäten einer multikulturellen nationalen, wie globalen Gesellschaft gerecht wird und auf dem Grundkonzept der fairen und rationalen Entscheidung über Bedingungen und Institutionen der Kooperation, im weitesten Sinne dem Rawls’schen Paradigma, beruht. Dabei wird die Konzeption struktureller Rationalität für die Gerechtigkeitstheorie fruchtbar gemacht.

Ethische Kriterien in der Energieforschung und Energiepolitik

Mitglied der Expertengruppe „Prioritäten in der Energieforschung“ der Nationalen Akademie
für „Forschungsfragen im Bereich Ethik und Technikfolgenbewertung“  (ab Januar 2009). 
Frau Ministerin Schavan hat die Nationale Akademie Leopoldina, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (als Vertreterin der Union der Wissenschaftsakademien)  und die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (acatech) beauftragt, eine gemeinsame Studie zu den Prioritäten der Energieforschungspolitik für Deutschland und Europa zu verfassen. Dies ist der erste Auftrag der Politik an die neu geschaffene Struktur der Nationalen Akademien in Deutschland.  Bis Ende Juni dieses Jahres soll ein integriertes Energieforschungskonzept der Ministerin vorgelegt werden. Koordiniert wird das Projekt von Frank Behrendt (TU Berlin) und Eberhard Umbach (FZ Karlsruhe) für acatech, Ferdi Schüth (MPI für Kohleforschung, Mühlheim) für die Leopoldina und von Ortwin Renn für die Berlin-Brandeburgische Akademie der Wissenschaften.

Anthropologie

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe HUMANPROJEKT – ZUR STELLUNG DES MENSCHEN IN DER NATUR stellt mit Blick auf die eindrucksvollen und unabsehbaren Fortschritte der Lebenswissenschaften die Frage nach dem Selbstverständnis des Menschen. Die aktuellen Erkenntnisse fordern, das Welt- und Menschenbild neu zu überdenken und verstärkt nach der Einbindung des Menschen in den Zusammenhang der Natur zu fragen.
Das Projekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Gerhardt (Humboldt-Universität), Prof. Dr. Detlev Ganten (Charité) und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Sprecher) durchgeführt. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Humanprojekts.
Bei de Gruyter erscheinen seit 2007 die einzelnen Bände der Buchreihe "Humanprojekt. Interdisziplinäre Anthropologie". Informationen finden sich [hier].

Philosophie und Lebensform

Das Thema "Lebenswelt" wird momentan sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Philosophie rege diskutiert. Die Quellen für dieses neue Interesse an einem bereits von Edmund Husserl geprägten Begriff sind unterschiedlich - sei es die Beschäftigung mit dem späten Wittgenstein, sei es die Auseinandersetzung mit den Begründungsproblemen ethischer Theorien. Ein vom 11.-13. Oktober 2006 von Felix Mühlhölzer und Julian Nida-Rümelin veranstaltetes DFG-Rundgespräch hatte den Zweck, das Konzept "Lebenswelt" zu klären und hinsichtlich seines Wertes für aktuelle philosophische Debatten zu überprüfen. Den Vortrag, den Julian Nida-Rümelin im Rahmen dieser Tagung gehalten hat, können Sie hier herunterladen.
Mehr über die Themen des Rundgesprächs.

Seit einigen Jahren steht zudem die Rolle lebensweltlicher Verständigungspraxis und der praktizierten Lebensform für die wissenschaftliche und philosophische Theoriebildung im Mittelpunkt einiger Beiträge und Publikationen, die im Juni 2009 unter dem Titel "Philosophie und Lebensform" bei Suhrkamp erschienen sind.