Ethik der Migration

Über Grenzen denken

Eine Ethik der Migration

Am 20. März 2017 erscheint das neue Buch bei edition Körber-Stiftung

Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in bitterster Armut, leiden unter Hoffnungslosigkeit, Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allein im letzten Jahr auf der Flucht, viele Menschen weltweit erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not – aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt?

Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen sogar weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humani-tären Skandale unserer Zeit sind sie nicht.

In seinem neuen Buch entwickelt Nida-Rümelin eine eigene Ethik der Migration, die eine Brücke zwischen Philosophie und Politik schlägt. Sein Buch macht klar: Politisches Handeln muss auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Nur so können verantwortungsbewusste und zukunftsträchtige Entscheidungen getroffen werden. Gerade weil solche Entscheidungen in der Migrationspolitik komplex sind und Dilemmata unvermeidlich, brauchen wir die Verfasstheit in Staaten: Sie bieten unverzichtbare politische Gestaltungsspielräumer. Denn ob es uns gelingt, die weltweite Armut und Perspektivlosigkeit in den Ursprungsregionen wirksam zu bekämpfen, wird zum Lackmustest unserer Menschlichkeit.


 Weitere Vorträge und Interviews zum Thema Migration:

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Die Flüchtlingskrise die zwar in der spezifischen Form des vergangenen Herbstes durch die Schließung der Balkanroute und den Deal mit der Türkei abgewendet scheint, die sich aber in anderer Form fortsetzen wird, zwingt zu gedanklicher Klarheit, die nur zu haben ist, wenn man sich von liebgewonnenen Dogmen verabschiedet. Die Grundlagen der normativen Bewertung müssen zwangsläufig einer strengen Prüfung unterzogen werden. Im Folgenden will ich versuchen, eine Brücke zwischen Ethik und Politik zu schlagen, die im günstigsten Fall dazu beiträgt, die gegenwärtige Orientierungskrise zu beenden. Wer sich auf diese Brücke begibt, geht keinen einfachen Weg. Man kann sie nur betreten, wenn man bereit ist, die eigenen Vorurteile einer kritischen Prüfung zu unterziehen und empirische wie normative Fakten anzuerkennen.

Hier können Sie die Videoaufzeichnungen der Veranstaltungsreihe „Migration und Ethik“ am Münchner Kompetenzzentrum Ethik ansehen.

Am 19.09.2016 war das Herbstforum der Friedrich-Ebert-Stiftung ganz der Ethik der Zuwanderung gewidmet. Welchen ethischen Bedingungen soll eine vernünftige Migrationspolitik Folge leisten? Welche ethischen Pflichten lassen sich formulieren?  Diesen Fragen näherten sich Prof. Julian Nida-RümelinAziz Bozkurt, Bundesvorsitzender AG Migration und Vielfalt in der SPD und Esra Kücük, Mitglied im Direktorium des Maxim Gorki Theaters. Zum Anhören, Ansehen und Nachlesen geht es hier.


Ein Interview zum Thema Philosophie und Migration mit Julian Nida-Rümelin kann man auf deutschland.de nachlesen.


Ein Gespräch mit Achim Schmitz-Forte vom WDR (Neugier vom 16.3.17) über die Herausforderungen der Migration: Sind offene Grenzen moralisch verantwortbar?

Zum Nachhören in der Mediathek.


…im Gespräch mit Phillip Krohn…

über den Beitrag der Philosophie in der Debatte um offene Grenzen, Migration, Integration und Chancen.

Nachzulesen in der FAZ.net


 …. ein Interview in der ABENDZEITUNG…

über  Flüchtlinge und Gerechtigkeit: Eine Frage der Perspektive