Humanistische Reflexionen

Ein recht verstandener Humanismus ist die Antwort auf die aktuelle Unordnung der Welt – so lautet die Zentralthese des neuen Buches von Julian Nida-Rümelin, der unter »Humanismus« weit mehr versteht als eine Geisteshaltung oder gar das angestaubte Relikt längst vergangener Zeiten. Humanismus ist vor allem eine Praxis der Menschlichkeit und damit die einzige Hoffnung auf eine friedliche, gerechte und prosperierende Weltgesellschaft der Zukunft. Damit der Humanismus seine Prägekraft zurückgewinnt, die er in einigen Phasen der Weltgeschichte hatte, muss er revitalisiert, muss er von Grund auf erneuert werden. Die Texte in diesem Band wollen dazu einen Beitrag leisten.

Die neue deutsche Bildungskatastrophe

Seit der Bildungskatastrophe, die Georg Picht vor fünfzig Jahren beschworen hatte, bemüht sich die deutsche Politik um Reformen. Aber hat sich Bildung seitdem zum Positiven verändert? – Nein, trotz »PISA-Schock« laufen wir direkt auf eine neue deutsche Bildungskatastrophe zu. Hektisch durchgeführte Korrekturen sind keine Reformen, eine fehlende kulturelle Leitidee vermehrt dabei die Fehler in der deutschen Bildungspolitik.

Der Akademisierungswahn

Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt, die akademische Bildung wird immer beliebiger und flacher. Mit dieser These trat Julian Nida-Rümelin, Philosoph und streitbarer Kulturpolitiker, im Herbst eine Debatte los. Es kann nicht sein, dass wegen schiefer internationaler Vergleiche die Stärken des deutschen Bildungssystems geopfert werden. Berufliche und akademische Bildung sind unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Fähigkeiten zu bilden.

Philosophie einer humanen Bildung

Die deutsche Bildungskrise ist nicht nur eine der Institutionen, sie ist primär eine der Ideen. Allerorten wird nur an den Symptomen herumgedoktert, mit den bekannten Folgen: Alle Beteiligten sind überfordert, die Lehrer, die Eltern, die Kinder sowieso, auch die Politiker. Der Kardinalfehler liegt darin, dass den aktuellen Bildungsreformen die kulturelle Leitidee fehlt. »Employability« heißt stattdessen das Gebot der Stunde. Aber eine Bildung, die den Menschen immer nur »fit für« etwas machen will, die nicht nach seinen Interessen und Talenten fragt, wird nicht einmal den erträumten Markterfolg bringen. »Philosophie einer humanen Bildung« gibt den Anstoß zu einer neuen gesellschaftlichen Verständigung darüber, was Bildung bedeutet: für uns, für unsere Zukunft, unser Bild vom Menschen. Wenn wir den Mut zu einer konsequent humanen Bildungspraxis fänden, den Mut, uns vom Gedanken an die unmittelbare Verwertbarkeit zu trennen, wäre die Basis für gelingendes Leben gelegt – und damit auch für eine fundamentale Form von Erfolg: Lebensglück.

Risikoethik

Welche Rolle Spielen Wahrscheinlichkeiten für die ethische Beurteilung einer Handlung?

Il rapporto

Il rapporto tra verità e democrazia è ripercorso nel confronto critico con il pensiero “post-moderno” e con il liberalismo. Per l’autore, entrambi, in modo diverso, attuano strategie di de-potenziamento che eludono e sviliscono la domanda di verità e sono fallimentari sul piano pratico: la neutralità dello stato rispetto alle diverse pretese di verità si trasforma in pericolosa indifferenza e gli automatismi del mercato globale non garantiscono la soluzione dei conflitti ma ne aumentano l’intensità. La sfida intrapresa da Julian Nida-Rümelin è quella di pensare ad un rapporto tra democrazia e verità in cui la domanda attorno alla verità rimanga intatta e cogente. La tesi è forte: la verità non ha bisogno di essere de-potenziata, per rendere possibile la democrazia; al contrario, la democrazia si realizza soltanto se il rapporto con la verità è saldo e continuo.

Verantwortung

Der abschließende Teil der Trilogie versucht, einen Begriff zu klären, der in unserem Alltagsleben, aber auch im Recht, in der Ökonomie und in der Politik eine zentrale Rolle spielt: Verantwortung – als ein Aspekt der besonderen menschlichen Fähigkeit, sich von Gründen leiten zu lassen, neben dem der Freiheit und dem der Rationalität.

Die Optimierungsfalle

Ist eine nachhaltige und menschengerechte Ökonomie bloße Utopie? Gibt es eine Alternative zum krisenanfälligen Finanzkapitalismus?

Julian Nida-Rümelin, einer der führenden Philosophen unserer Zeit, übt scharfsinnig und konstruktiv Kritik an unserem krankenden Wirtschaftssystem. Er vermittelt lebensnah und verständlich die philosophische Grundlage einer humanen Wirtschaft. Dabei entlarvt er die Irrationalität einer verantwortungslosen, rein auf Optimierung bedachten Wirtschaftsordnung.

Philosophie und Lebensform

Gründe geben unserer rational und normativ verfaßten Lebensform die Struktur, deren wir als Menschen bedürfen – als Mitglieder dieser, wie Julian Nida-Rümelin sagt, »merkwürdigen Spezies, deren hinreichend entwickelte Exemplare sich in ihren Urteilen und ihrem Handeln von Gründen leiten lassen«. Welche Rolle spielt dabei die wissenschaftliche Erkenntnis? In welchem Verhältnis stehen Lebensform und Wissenschaft, Bedeutung und Intention, Ethik und Alltagspraxis, Moral und Politik? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die hier versammelten philosophischen Abhandlungen von Nida-Rümelin

Demokratie und Wahrheit

Julian Nida-Rümelin greift in diesem Buch eine zentrale Frage der politischen Philosophie auf: Muss in einer Demokratie auf Wahrheitsansprüche verzichtet werden, um den zivilen Frieden zu sichern? Angesichts der gegenwärtigen religiösen und kulturellen Konflikte ist dieses Thema von großer Brisanz.

Humanismus als Leitkultur – Ein Perspektivenwechsel

Dieser Band enthält ausgewählte Reden und Aufsätze von Julian Nida-Rümelin über Kultur und Bildung. Julian Nida-Rümelin analysiert Ursachen und Folgen der durch die PISA-Studie aufgerollten Debatte um einschneidende Veränderungen im Bildungswesen und zeigt Wege zu einem erneuerten Humanismus in Bildung, Kunst und Kultur auf.

Julian Nida-Rümelin: Menschliche Freiheit (reclam)

Über menschliche Freiheit

Dieses Reclam Bändchen behandelt eines der ältesten Themen der Philosophie. Freiheit wird definiert als Unterbestimmtheit von Gründen  etwas zu glauben und etwas zu tun. Damit wird ein enger Zusammenhang von Freiheit, Rationalität und Verantwortung hergestellt. Die in fünf Essays entwickelte

Entscheidungstheorie und Ethik. Decision Theory and Ethics

Julian Nida-Rümelin beschäftigt sich in diesem Buch mit dem Verhältnis von Rationalität und Moral. Was heißt rational handeln? Welche Möglichkeiten bietet die zeitgenössische Entscheidungs- und Spieltheorie um ethische Probleme zu klären? Wie weit trägt der rational choice Ansatz in der Rationalitätstheorie und in der Ethik? Die Argumentation mündet in eine kohärentistische Konzeption von Rationalitätstheorie und Ethik, die die Entscheidungstheorie entgegen ihrer konsequentialistischen Verkürzung im sog. rational choice Paradigma als inhaltlich offenen begrifflichen Rahmen beibehält. Der erste Teil des Buches enthält die Dissertation des Verfassers aus dem Jahre 1982 und der zweite Teil vier Texte zur gleichen Thematik aus den Jahren 1994, 1997, 2000 und 2004.

Julian Nida-Rümelin: "Strukturelle Rationalität"

Strukturelle Rationalität

„Strukturelle Rationalität“ – mit diesem Begriff belegt Julian Nida-Rümelin seine analytische Konzeption praktischer Vernumft. Sie bildet den Hintergrund, vor dem der Autor zentrale Themen der praktischen Philosophie diskutiert: Handlungsfreiheit, Kooperation, Kohärenz, Willensschwäche, Handlungsverantwortung u.a.

Rationalität in der Praktischen Philosophie – Eine Einführung

Wie kann man die Theorie rationaler Entscheidung fruchtbar machen für Grundfragen der praktischen Philosophie, worin bestehen aber zugleich die Grenzen jenes Ansatzes? Diesen Fragen widmet sich das vorliegende Buch. Die Autoren weisen nach, dass die Entscheidungstheorie mit einem weiten Spektrum anthropologischer und rationalitätstheoretischer Positionen vereinbar ist, daß sie den Blick öffnet für die große typologische Vielfalt unterschiedlicher Entscheidungssituationen und eine differenzierte Analyse handlungsleitender Einstellungen erlaubt. Das als Einführung für Studierende und Lehrende konzipierte Buch vermittelt und diskutiert die Grundlagen dieser Theorie, ihre zentralen Begriffe und Methoden, und führt wichtige philosophische Anwendungsmöglichkeiten in der Ethik und in der politischen Philosophie.

Ethische Essays

Die in diesem Band enthaltenen Essays befassen sich mit drei ethischen Themenbereichen: ethische Begründungsfragen, das Verhältnis von Rationalität und Moral und Probleme der angewandten Ethik. Nida-Rümelin vertritt eine kohärentistische Ethikkonzeption, die sich sowohl vom Utilitarismus (Konsequentialismus) absetzt als auch einen überzogenen Rationalismus deontologischer Prägung vermeidet. Dieser Band enthält auch eine ausführliche Dokumentation der aktuellen Debatte über Nida-Rümelins Thesen zu gegenwärtigen Fragen der Ethik.

Demokratie als Kooperation

Demokratie – so die zentrale These – sollte man als eine besondere Form der Kooperation verstehen. Diese These steht im Gegensatz zu einer verbreiteten Rhetorik, die in der sogenannten “Selbstbestimmung des Volkes” die Essenz einer demokratischen Ordnung sieht. Demokratie als Kooperation steht jedoch auch in einem Gegensatz zur ökonomistischen Spielart des Pluralismus, dem zufolge Demokratie sich darauf beschränkt, bestimmte Spielregeln festzulegen, innerhalb deren Menschen ihre privaten Interessen optimieren. Einem einleitenden Kapitel über politische Ethik folgen Studien zur Kooperationsproblematik in der politischen Philosophie. Hauptziel der Argumentation des Autors: Grundlage einer zivilgesellschaftlichen Konzeption von Demokratie ist ein angemessenes Verständnis von Kooperation.

Economic Rationality and Practical Reason

This book aims at giving a clear account of the central characteristics and problems of the orthodox notion of consequentialist economic rationality and at showing how the formal core of classical decision theory can be defended against objections and incorporated into a coherentist notion of practical reason.

Logik kollektiver Entscheidungen

Zusammen mit Dr. Lucian Kern ISBN: 978-3-486-21016-3 Oldenbourg 1994 Das Ziel des Buches ist es, eine kompakte Darstellung der Logik kollektiver Entscheidungen in deutscher Sprache anzubieten, die keine speziellen Vorkenntnisse voraussetzt, aber dennoch systematischen Ansprüchen gerecht wird.

Kritik des Konsequentialismus

Der Konsequentialismus ist eine Rationalitätskonzeption und besagt: „Wähle diejenige Handlung, deren Folgen optimal sind.“ Die wesentlichen Elemente und Varianten dieses allgemeinen Konsequentialismus werden im ersten Teil des Buches rekonstruiert. Einer besonderen Form des allgemeinen Konsequentialismus widmet sich der zweite Teil des Werkes: Der Konsequentialismus in der Ethik, der an die Folgenbewertung bestimmte Bedingungen stellt. Er kann damit aber nicht – und das wird im drittten Teil gezeigt – der Integrität der Person, individuellen Rechten und Koordniationsproblemen gerecht werden. Im vierten Teil schließt sich der Kreis: Die ethischen Defizite werden identifiziert als Ausdruck eines tieferliegenden Defekts der konsequentialistischen Rationalitätskonzeption.